… über Leben und Tod

„Schwarz hören“: Tatjana Meissner (169)

Sie wird als „die Erika Berger des Ostens“ oder „d i e Frau mit Sex“ oder „die Femme fatale der Midlife-Crises“ beschrieben. „Das ist vorbei. Lange schon.“ sagt sie dazu in dieser Podcast-Episode und betont: „Jetzt geht’s quasi erst los.“ Auch „Schmutzige Lieder“, das aktuelle Programm zusammen mit André Kunze, hat irgendwie mit Sex zu tun. „Zwei Stunden Musikcomedy. Ein bisschen zu ehrlich. Ein bisschen zu nah dran. Und genau deshalb so gut…“ beschreibt es Tatjana Meissner auf ihrer website.

Tatjana Meissner, die studierte Diplom-Ökonomin, hat zu DDR-Zeiten nebenbei in einer Tanzgruppe getanzt, später ihre „Einstufung“ zum „Berufsausweis“ gemacht und war dann ab 1987 freiberufliche Tänzerin im Show-Tanz-Trio „Kora“. Nach dem Mauerfall 1989 wurden die „Muggen“ spärlich und sie bekam eine „ABM“ in der Besucherbetreuung bei den Schlössern und Gärten Sanssouci. Später war Tatjana Meissner als Pressesprecherin beim Kabarett Obelisk und agierte ab 1993 dort auch auf der Bühne. Danach folgten die beruflichen Stationen: Potsdamer Stadtfernsehen, TV Berlin und der Mitteldeutsche Rundfunk (mdr).

Seit 2009 nun macht die 1961 in Tangermünde geborene und (wie Host Petra Schwarz) in Erfurt aufgewachsene Tatjana „Tati“ Meissner Solo-Kabarett. Und wird es „solange Zuschauer kommen und mit mir lachen wollen“ weitermachen. Sie hat 9 Bücher geschrieben und im Frühjahr 2027 wird ihre Biografie „Lieber laut lachen, als leise stöhnen“ erscheinen. Darin beschäftigt sie sich auch intensiv mit dem Tod und sagt hier im Podcast dazu: „Es gibt nicht so viele lustige Betrachtungsweisen des Todes.“ Und auch in ihrer Familie wurde und wird nicht viel über den Tod gesprochen. Meist gibt es nur Formulierungen, wie: „Das Einzige, was wir müssen, ist sterben.“ oder die Empfangsfloskel „Weißt du, wer gestorben ist?“.

Nach wie vor ist der Tod ein Tabu-Thema, das Tatjana Meissner – auch humoristisch – aber sehr interessiert; auch ganz praktisch: „Weil ich mit meinem Geliebten nicht verheiratet bin, müssen wir uns gegenseitig absichern: Testament, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.“  Und darüber hinaus befürwortet sie selbstbestimmtes Sterben, obwohl sie sich vorstellen kann, „… in jeder Lebenssituation noch etwas Lebenswertes zu finden.“ Ganz klar ist, dass sie nach ihrem Tod auf der grünen Wiese – ohne Schild – verstreut werden will und die Trauernden dazu nicht in Schwarz sondern gern in roten Klamotten kommen sollen.

Warum rot? Nun, Tatjana Meissner trägt auf der Bühne immer diese Signalfarbe.  „Rot macht dich jünger.“ hat ihre Mutter mal gesagt und sie selbst ergänzt: „Rot macht auch gute Laune – das ist das Wichtige.“

Viel Spaß mit der 169. Episode von „Schwarz hören“ mit Tatjana Meissner.