… über Leben und Tod

„Schwarz hören“: Thomas Rühmann (165)

Seine Leidenschaft ist das „Theater am Rand“ im Oderbruch, das er als „Gesamtkunstwerk“ bezeichnet. Einem Millionenpublikum deutschlandweit bekannt aber ist er als Dr. Roland Heilmann, den er seit der ersten Folge der populären ARD-Krankenhausserie „In aller Freundschaft“ im Jahr 1998 spielt. Auch deshalb, so sagt Thomas Rühmann, lebt er heute – abgesehen von seiner Theater-Arbeit – zurückgezogen. „Ich bin zufrieden, wenn nach einem harten Drehtag das Tor zuklappt.“ Es gilt aber eben auch: „Zufrieden erschöpft sein. Das ist das Schönste.“

Der 1955 in der Altmark (Sachsen-Anhalt) geborene und in Magdeburg aufgewachsene Schauspieler und Musiker, der nicht mit Heinz Rühmann verwandt ist, kommt aus einer Großfamilie. Er hat fünf Schwestern und einen Bruder. Die Kinder verloren ihre Mutter, als sie 36 war. So ist es kaum verwunderlich, dass wir im Gespräch sehr schnell auf das Thema Tod gekommen sind. Die Geschichte seines Vaters thematisiert Rühmann in seinem Solo-Abend: „Lebenslieder“, nicht ohne auch das Leben mit den „beiden Müttern“ zu reflektieren. Auf Anraten des Jugendamtes hatte sein Vater nämlich schnell wieder geheiratet, um die Familie zusammenzuhalten. „Da war nicht wirklich Zeit zum Trauern.“ Aus heutiger Sicht begann aber schon damals „so etwas wie Trauerarbeit“, die Thomas Rühmann immer wieder auch in seinen Inszenierungen leistet, wie er betont.  

Darüber – über sein Leben, aber eben auch sehr ausführlich über den Tod – hat Thomas Rühmann eindrücklich gesprochen, als ich ihn im Sommer 2026 im „Theater am Rand“ in Zollbrücke direkt an der Oder besucht habe. Was seinen eigenen Tod betrifft, sagt er: „Ich erwische mich manchmal dabei, dass ich in Situationen, die besonders glücklich sind, denke: Jetzt könnte es sein.“ Und er bekräftigt: „Die höchste Zufriedenheit in der Seele des Menschen besteht dann, wenn er sich die Ankunft des Todes einfach frei vorstellen kann.“ In seinem „Theater am Rand“ spielt dieser aktuell am 23. August 2026 übrigens auch eine Rolle beim „Thementag Trauer und Tod“.

Dass nach dem Tod etwa kommt, glaubt er nicht. Deshalb wird er in seinem Leben bis zuletzt Theater machen. Derzeit arbeitet Thomas Rühmann intensiv an der Idee, im kommenden Jahr den Roman „Schwebende Lasten“ von Annett Gröschner in seiner „Heimatstadt“ Magdeburg in Szene zu setzen.

Viel Spaß mit dieser Episode von „Schwarz hören“ mit Thomas Rühmann.