… über Leben und Tod

„Schwarz hören“: Tobias Künzel (159)

„Die Prinzen“ sowie – zuvor und jetzt wieder – „Amor & Die Kids“: Das sind d i e beruflichen Stationen des studierten Sängers und Schlagzeugers, der außerdem in anderen Bands – u.a. bei „Final Stap“ mit dem Frontmann Mike Kilian – hinten sitzt und es genießt, wenn Andere vorn singen.

Als Sohn eines Swing- Klarinettisten und Bandleaders, der auch Dozent an den Musikhochschulen Leipzig und Weimar in der Abteilung „Tanz- und Unterhaltungsmusik“ war, hat Tobias Künzel das Singen im weltberühmten Thomanerchor Leipzig gelernt – im stündlich durchgetakteten Internatsleben eines Chorknaben mit gerademal einer Stunde Freizeit pro Tag Aber: „Ich hatte ‚Das fliegende Klassenzimmer‘ von Erich Kästner gelesen und wollte unbedingt auch sowas.“

Nach seiner Thomaner-Zeit war Tobias bei der Armee im Singeklub „Thomas Müntzer“ und resümiert: „Die Armeezeit sind 18 gestohlene Monate, die man eigentlich nicht braucht.“ Aber schon damals hat er sich privilegiert gefühlt und sagt im Podcast: „Ich führe ein Leben, das von Privilegien gepflastert ist: Thomaner, Singeklub, Amor & Die Kids und Die Prinzen. Heute versuche ich, damit demütig umzugehen. In den 90er Jahren – mit dem Erfolg der Prinzen – hatte ich durchaus eine gewisse Arroganz …“.

Tobias Künzel, 1964 in Leipzig geboren, hat – bis zum Brexit – auch 15 Jahre lang in London gelebt.  Wie es dazu kam, erzählt er in dieser Podcast-Episode. Hier nur so viel: Es hatte zunächst mit einem Stipendium für eine seiner beiden Töchter zu tun …

Er hat – zusammen mit anderen Komponisten und Textautoren – mehrere Musicals geschrieben, von denen drei in Großbritannien aufgeführt wurden und z.T. bereits ins Deutsche übersetzt sind. Das Musical „Copperfield“ wird im November 2027 im Theater Stralsund aufgeführt. Und zuletzt machte er in Halle Furore mit seinem 6. Musical „Tod auf dem Thron – Das Klosical“, das er zusammen mit Mark Underwood geschrieben hat. Übrigens: Die Idee zum kuriosen Titel kam Künzel tatsächlich auf der Toilette.

Tobias Künzel produziert außerdem in seinem Tonstudio Nachwuchsbands und Musik für Fernsehen und Theater. Er betont: „Alles, was ich mache, macht mir großen Spaß.“ Auch die Re-Union der 1985 gegründeten Band Amor & die Kids, die am 20. Juni 2026 im Hangar 312 in Neuruppin beim „2. Klassentreffen der Ostmusik … mit Westbesuch“ auftreten wird. Dort haben wir uns Anfang Mai 2026 in einer Jurte auf dem Gelände auch zum Gespräch getroffen.

Wir haben über das Leben des – so KI – „einflussreichen deutschen Popsängers, Schlagzeugers und Komponisten Tobias Künzel“ gesprochen und – wie es sich für „Schwarz hören“ gehört – über den Tod.  Vor drei Jahren sind seine Eltern im Abstand von drei Wochen mit Anfang 90 gestorben. Eineinhalb Jahre später verstarb unerwartet sein 12 Jahre älterer Bruder Lutz – auch Musiker, mit dem er mehr als  10 Jahre zusammen in der Londoner Band „Ruff As Stone“ mit Sänger Austin Howard gespielt hat. „Er fehlt mir jeden Tag.“

Was seinen eigenen Tod betrifft, so hofft er, irgendwann s o müde zu sein, „ … dass ich mir  nur noch wünsche, einzuschlafen.“  Und: „Wenn man abtritt, ist es eigentlich nur für alle anderen schwer.“  Selbstbestimmtes Sterben kann sich Tobias Künzel vorstellen: „Ja, hundertprozentig. Denn ich will Niemanden zur Last fallen und meinen Kindern keine schlechten Erinnerungen an mich verschaffen.“

Zu guter Letzt noch zur Frage, was es mit „Fräulein Grau“ auf sich hat, hier vorab nur so viel: Es hat mit der LP „No More Bockwurst“ von Amor & Die Kids zu tun …

Viel Spaß mit diesem launigen „Schwarz hören“-Gespräch mit Tobias Künzel.